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Deutsches Kino im November

Der geteilte Himmel

Der geteilte Himmel, © DEFA-Stiftung Werner Bergmann

Artikel

Filmklub am Goethe-Institut Sankt Petersburg

9. November 18.00 Uhr - Zug in die Freiheit (16+)
(Deutschland, 2014, 90 Minuten; Regie: Sebastian Dehnhardt, Matthias Schmidt)

Deutsche Botschaft Prag, 30. September 1989: Der Außenminister Hans-Dietrich Genscher spricht zu 5000 DDR-Flüchtlingen: „Wir sind zu Ihnen gekommen, um Ihnen mitzuteilen, dass heute Ihre Ausreise…“ Der Rest des Satzes geht in Jubel unter. Doch auf die Freude folgt der Schock: Die Züge, die die Flüchtlinge in den Westen bringen, nehmen einen Umweg durch die DDR. Eine Fahrt voller Ungewissheit, Spannung und Hoffnung beginnt.

16. November 18.00 Uhr - Bornholmer Straße (16+)
(Deutschland, 2014, 88 Minuten; Regie: Christian Schwochow)

Am Grenzübergang Bornholmer Straße beginnt die Nacht als Farce: Ein kleiner Hund rennt von West nach Ost. Ein Genosse erstattet Meldung: „Unerlaubter Grenzübergang eines Hundes“! Der Parteisekretär erklärt den Hund zum „operativen Fahndungsfall“. Mit dieser Geschichte gibt der Regisseur die Tonart der Farce vor, die der Film immer wieder bricht. Er erzählt von den Ereignissen der Nacht vom 9. auf den 10. November 1989 erkennbar aus heutiger Sicht; er verweist auf mögliche Abgründe und verleugnet in keinem Moment das Wissen um den glücklichen historischen Ausgang.

23. November 18.00 Uhr - Das Leben der anderen (16+)
(Deutschland, 2006, 137 Minuten; Regie: Florian Henckel von Donnersmarck)

Ost-Berlin, November 1984. Der DDR-Staat sichert seinen Machtanspruch durch Kontrolle und Überwachung – nicht ohne persönlichen Vorteil für den einen oder anderen Machthaber. Der linientreue Stasi-Hauptmann Gerd Wiesler wird von seinem Freund Oberstleutnant Anton Grubitz beauftragt, den erfolgreichen Dramatiker Georg Dreyman und seine Lebensgefährtin, die gefeierte Schauspielerin Christa-Maria Sieland, zu überwachen. Grubitz will sich auf diese Weise bei Minister Hempf einschmeicheln, der eine Affäre mit der Diva beginnen und den unbequemen Dramatiker loswerden will. So wird ein „operativer Vorgang“ inszeniert, bei dem Wiesler das Paar heimlich überwachen soll. Doch das Eindringen in die Intimsphäre der Observierten, die Beobachtung des „Lebens der Anderen“, verändert auch den Spitzel Wiesler.

30. November 18.00 Uhr - Der geteilte Himmel (16+)
(DDR, 1964, 90 Minuten; Regie: Konrad Wolf)

1961 in der DDR, kurz vor dem Bau der Mauer. Rita Seidel ist nach ihrem Zusammenbruch aus der Stadt Halle in ihr Dorf zurückgekehrt, um Ruhe zu finden. Sie erinnert sich an die vergangenen Jahre, an ihre Liebe zum Chemiker Manfred Herrfurth, an ihre Arbeit in einer Waggonfabrik und an ihr Studium fürs Lehramt. In der Fabrik und an der Uni gab es Probleme mit politischen Opportunisten und ideologischen Hardlinern; Ritas Liebesbeziehung fand ein Ende, nachdem Manfred, verbittert über die Betonköpfe, die sein neues chemisches Verfahren abgelehnt hatten, nach Westberlin gegangen war und Rita nicht mitkommen wollte.
„Der geteilte Himmel“, entstanden nur wenige Jahre nach dem Mauerbau, ist einer der mutigsten Spielfilme, die je in der DDR gedreht wurden, nicht nur wegen seiner ungewöhnlichen Dramaturgie, sondern weil er die Verantwortung für die Konflikte im eigenen Land und nicht beim „Klassenfeind“ sucht.


Auf Deutsch mit russischen Untertiteln
Eintritt: frei, Anmeldung erforderlich unter goetheinstitut.timepad.ru

Goethe-Institut Sankt Petersburg
Nab. Reki Moiki 58
Kontakt: +7 (812) 363-1125, natalia.busaladse@goethe.de


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