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Rede anlässlich des 25-jährigen Bestehens des internationalen tomographischen Zentrums der Sibirischen Abteilung der Akademie der Wissenschaften

Rede

Am 14. Dezember 2018 fand im Haus der Wissenschaftler in Akademgorodok Nowosibirsk das feierliche Treffen anlässlich des 25-jährigen Bestehens des internationalen tomographischen Zentrums der Sibirischen Abteilung der Akademie der Wissenschaften statt.

 Sehr geehrter Herr Professor Parmon, Vorsitzender der Sibirischen Abteilung der Akademie der Wissenschaften,

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Lokot,

Sehr geehrter Herr Professor Sagdejew, wissenschaftlicher Leiter des tomographischen Zentrums,

Sehr geehrter Herr Professor Iwanow, Direktor des tomographischen Zentrums,

Sehr geehrter Herr Kolowitsch, Leiter der Vertretung des Ministeriums für Wissenschaft und Hochschulwesen der RF im Föderalen Bezirk Sibirien,

Mein Russisch-Lehrer erklärte mir, die Russen, aber speziell die Sibirjaken, verfügten über ein ganz ausgeprägtes räumliches Denken. Das komme schon in der russischen Sprache

der Bewegung in eine Richtung und Verben, die eine Bewegung hin und zurück ausdrücken: идти und ходить, ехать und ездить,  летать und лететь, носить und нести. Da wo wir nur ein Verb haben, verfügen die Russen über zwei, weil sie die Bewegungsrichtung immer mitdenken. In einem so großen Land wie Russland ist das offenbar nötig.

Auch in der medizinischen Diagnostik kommt es entscheidend auf räumliches Denken

zum Ausdruck. So müssen die armen Ausländer unterscheiden lernen zwischen Verben an. Es ist ein Unterschied, ob man eine normale Röntgenuntersuchung vornimmt, bei der sich alle Strukturen im Bild überlagern, oder ob man eine räumliche Struktur Schnitt für Schnitt erfasst, wie bei der Tomographie. Die Darstellung unserer inneren Organe ohne Überlagerung, wie sie die Tomographie möglich macht, hat im Laufe der Zeit wahrscheinlich schon vielen Tausenden Menschen das Leben gerettet.

Es ist keine Überraschung, dass die Sibirjaken als räumlich denkende Menschen den Vorzug der tomographischen Methode für sich entdeckt und vor nunmehr 25 Jahren das Internationale Tomographische Zentrum in Akademgorodok gegründet haben. Das ist fürwahr ein Grund zum Feiern. Ich freue mich natürlich sehr darüber, dass sich dieses Zentrum auch mit einem deutschen Namen, Professor Laukien, verbindet, und dass die deutsch-russische Zusammenarbeit auf dem Feld der Tomographie bis auf den heutigen Tag in Gestalt zahlreicher Forschungsprojekte zwischen dem MTZ und führenden deutschen Universitäten anhält.


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