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Deutschland und Russland vertiefen Forschungszusammenarbeit

Bundesforschungsministerin Anja Karliczek und ihr russischer Amtskollege Mikhail Kotjukow

Bundesforschungsministerin Anja Karliczek und ihr russischer Amtskollege Mikhail Kotjukow, © Pressestelle des russischen Wissenschaftsministeriums

11.12.2018 - Artikel

Karliczek: Wissenschaft baut Brücken, gerade auch in herausfordernder Zeit

Deutschland und Russland vertiefen ihre Forschungszusammenarbeit. Dafür haben Bundesforschungsministerin Anja Karliczek und ihr russischer Amtskollege Mikhail Kotjukow heute in Moskau die „Deutsch-russische Roadmap für die Zusammenarbeit in Bildung, Wissenschaft, Forschung und Innovation“ unterzeichnet.

Bundesministerin Anja Karliczek anlässlich der Unterzeichnung in Moskau:

Die Spitzenforschung ebenso wie Nachwuchsförderung in unseren beiden Ländern stärken, das sind zwei wesentliche Ziele unserer Roadmap. Mit ihr richten wir unsere Zusammenarbeit für die nächsten zehn Jahre strategisch neu aus. Dabei bauen wir auf unsere jahrzehntelange und vertrauensvolle Zusammenarbeit auf und setzen neue Schwerpunkte.

Wissenschaft baut Brücken, gerade auch in politisch herausfordernder Zeit. Teil der heute unterzeichneten Roadmap ist das Young Talent Programme. Diese Initiative ist mir gerade in der heutigen Zeit wichtig: Wer im jeweils anderen Land studiert und gearbeitet hat, versteht den anderen besser. Mit dem Young Talent Programme werden viele neue Brücken zwischen unseren Gesellschaften entstehen.

Die bilaterale Roadmap setzt neue Maßstäbe in der deutsch-russischen Bildungs- und Forschungszusammenarbeit: Erstmalig wurde eine zehnjährige Strategie über die Zusammenarbeit in Bildung, Wissenschaft, Forschung und Innovation gemeinsam erarbeitet. Dabei haben beide Ministerien die deutschen und russischen Forschungs-, Förder- und Mittlerorganisationen von Anfang an umfassend beteiligt.

Mit der Roadmap werden in den kommenden zehn Jahren vier Schwerpunkte in der Zusammenarbeit gesetzt, so genannte „Säulen“. Die gemeinsame Spitzenforschung soll dabei sowohl im Bereich der „Großen Forschungsinfrastrukturen“ zur physikalischen Grundlagenforschung als auch in gemeinsam festgelegten thematischen „Prioritäten“, wie der Meeres- und Polarforschung sowie der Bioökonomie, gefördert werden. Eine dritte Säule bildet das Young Talent Programme. Mit ihm sollen der wissenschaftliche Nachwuchs gefördert und die Mobilität von Forschenden, Studierenden und Auszubildenden gesteigert werden. Zudem wollen beide Länder den Transfer von Forschungsergebnissen  durch Zusammenarbeit mit der  Wirtschaft und durch Kommunikation in die Gesellschaft erhöhen.

Deutschland und Russland verbindet eine langjährige und vielfältige Zusammenarbeit in Bildung, Wissenschaft und Forschung. Beide Länder kooperieren zum Beispiel mit weiteren internationalen Partnern seit langem erfolgreich bei der Entwicklung und dem Bau wissenschaftlicher Großgeräte. Beim europäischen Röntgen-Freie-Elektronen-Laser European XFEL nahe Hamburg und dem noch im Bau befindlichen Teilchenbeschleuniger FAIR bei Darmstadt ist Russland nach Deutschland jeweils der zweitwichtigste Anteilseigner. Auch bei der größten jemals durchgeführte Arktis-Forschungsexpedition, das „Multidisciplinary drifting Observatory for the Study of Arctic Climate – MOSAiC“ arbeiten Deutschland und Russland eng zusammen. Unter der Leitung des deutschen Alfred-Wegener-Instituts (AWI) wird im September 2019 der deutsche Forschungseisbrecher „Polarstern“ in die Arktis aufbrechen und ein Jahr lang im arktischen Eis durch das Nordpolarmeer driften.

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