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Deutsche und russische Forscher sowie Innovationsunternehmen diskutieren über Berufe der Zukunft

Teilnehmer der Podiumsdiskussion „Innovative Arbeit in einer digitalisierten Welt“

Teilnehmer der Podiumsdiskussion „Innovative Arbeit in einer digitalisierten Welt“, © Sergej Tepljakow

06.12.2018 - Artikel

Wie ändert sich die Arbeitswelt in Zeiten der Digitalisierung? Welche Kompetenzen sind in den innovativen Berufen der Zukunft gefragt? Wie kann eine effektive Kooperation zwischen Wissenschaft und Wirtschaft bei der Vermittlung von Zukunftskompetenzen gestaltet werden?

Diese und weitere Fragen standen im Mittelpunkt der deutsch-russischen Podiumsdiskussion „Innovative Arbeit in einer digitalisierten Welt“, die am 4. Dezember 2018 vom Wissenschaftsreferat der Deutschen Botschaft und dem Deutschen Wissenschafts- und Innovationshaus (DWIH) Moskau gemeinsam mit der Higher School of Economics (HSE) in Moskau veranstaltet wurde.

Podiumsdiskussion Innovative Arbeit in einer digitalisierten Welt
Podiumsdiskussion „Innovative Arbeit in einer digitalisierten Welt“© Sergej Tepljakow.

Der Leiter des Wissenschaftsreferats Michael Dobis eröffnete gemeinsam mit dem Leiter des Deutschen Wissenschafts- und Innovationshauses Moskau Dr. Andreas Hoeschen und dem Ersten Vize-Rektor der Higher School of Economics Moskau Prof. Leonid Gochberg die Veranstaltung.

Teilnehmer der Podiumsdiskussion waren Prof. Dr. Leonid Gokhberg (HSE), Dr. Natalija Schmatko (HSE), Prof. Jivka Ovtcharova (Karlsruher Institut für Technologie), Dr. habil. Dmitrij Wolkow (Sberbank-Universität), Prof. Alina Sorgner (Institut für Weltwirtschaft Kiel), Dr. Elena Parikowa (KNAUF Akademie Russia & CIS) und Dr. Jurij Kuprijanow („SAP Next-Gen/SAP-Universitätsallianz“ Russia & CIS).

Prof. Gochberg stellte das von der HSE entwickelte wissenschaftliche Projekt „Intellectual Foresight Analytics (iFORA)“ als ein wirksames Instrument vor, mit dessen Hilfe Zukunftskompetenzen- und Berufe prognostiziert werden können. Prof. Schmatko hob die Bedeutung des Übergangs von quantitativen zu qualitativen Foresight-Methoden hervor.

Laut Prof. Jivka Ovtcharova vom Karlsruher Institut für Technologie führt die Digitalisierung zu grundlegenden Veränderungen für alle:

Digitalisierung hat kein Geschlecht, kein Alter und sie betrifft uns alle. Sie ist keine bloße Weiterentwicklung von neuen Technologien, sondern hat hauptsächlich eine tiefgreifende soziale Bedeutung. Digitales Mindset bedeutet, dass wir diese Transformation annehmen müssen, um uns dieser Veränderung besser anzupassen. Das betrifft v.a. unsere Bildung, die nicht nur Wissen sondern auch Fähigkeiten vermitteln sollte. Digitalisierung bedeutet auch Dezentralisierung und Vernetzung, was adaptive flexible Strukturen voraussetzt

Prof. Sorgner vom Institut für Weltwirtschaft (IfW) Kiel hat die Auswirkungen der Digitalisierung auf die Arbeit von Männern und Frauen in G20-Ländern im Rahmen der Studie Women20 untersucht:

Unsere Studie Women20 zeigt, dass die gegenwärtig bei Frauen vorherrschenden Fähigkeiten für zukünftige Tätigkeiten besser geeignet sind, als die der Männer, da diese durch Maschinen nicht ohne Weiteres ersetzt werden können“, schlussfolgerte Prof. Sorgner. „Digitalisierung hat nicht nur destruktive Effekte auf die Berufe: es werden neue Berufe entstehen, klassische Berufe werden sich verändern

Die Firmen KNAUF und SAP stellten ihre Erfolgsbeispiele der digitalen Transformation am Arbeitsplatz vor. Die KNAUF Akademie Russia & CIS lege laut Elena Parikowa einen besonderen Wert auf die Entwicklung von Soft Skills.

Jurij Kuprijanow, „SAP Next-Gen/SAP-Universitätsallianz“ Russia & CIS, betonte, dass es heutzutage nicht um die Vermittlung von Wissen „auf Vorrat“ geht, sondern um die Lösung von realen Aufgaben. Das in Moskau eröffnete SAP-Innovationszentrum ermögliche es den Studierenden, sich mit realen Aufträgen von SAP-Kunden auseinandersetzenden.

Die Diskussion wurde von ca. 100 Gästen – Vertretern von Ministerien, Hochschulen, Forschungseinrichtungen und innovationsorientierten Unternehmen – besucht.



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