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Ausstellung „Die Bücher des alten Hauses“ in der Russischen Staatsbibliothek

Ausstellung Die Bücher des alten Hauses in der Russischen Staatsbibliothek

Ausstellung „Die Bücher des alten Hauses“ in der Russischen Staatsbibliothek, © Deutsche Botschaft Moskau

24.10.2018 - Artikel

Am 22. Oktober 2018 wurde in der Russischen Staatsbibliothek eine bemerkenswerte Ausstellung eröffnet. Unter dem geheimnisvollen Titel „Die Bücher des alten Hauses. Die Welt der Kinder vom 18. bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts“ eröffnet sie einen einzigartigen Einblick in die Welt der Kinderbücher in Russland in einer Zeit, als die schulische, die universitäre und auch die häusliche Erziehung in Russland oftmals nach deutschem Vorbild erfolgte. Dazu trugen auch die deutschstämmigen Mitglieder des Hauses Romanow bei. Prinzessin Charlotte von Preußen, die Gemahlin des Zaren Nikolaus I., brachte viele Bücher aus Deutschland mit in ihre neue Heimat. Deutsche Lehrbücher und Lehrmittel wurden seinerzeit in Russland entweder im Original verwendet oder in die russische Sprache übersetzt.

Ausstellung Die Bücher des alten Hauses in Moskau
Ausstellung „Die Bücher des alten Hauses“ in Moskau© Deutsche Botschaft Moskau

Daher nehmen deutsche Bücher  in der Ausstellung einen besonderen Platz ein. Dazu gehören wissenschaftliche Ausgaben und Fachbücher ebenso wie Bücher für die Allgemeinbildung der damaligen Zeit. Sie vermitteln Regeln des Anstands und der Etikette, Kenntnisse des Kochens und der Handarbeit,  der Führung eines Haushalts oder das Halten von Haustieren. Auch das Reiten von Pferden und das Soldatenleben sind häufige Themen. Märchenbücher und Buchausgaben zum Weihnachtsfest erinnern an die aus Deutschland nach Russland gekommene Tradition der Weihnachtsfeier mit einem geschmückten Tannenbaum oder an das Märchen „Der Nussknacker“ des Königsberger Schriftstellers E.TA. Hoffmann. Der „Struwwelpeter“ ist ebenso zu sehen wie sein russisches Pendant „Стёпка-Растрёпка“.

Viele Bücher in der Ausstellung werden erstmals nach langen Jahren wieder gezeigt. Sie wurden von den besten Künstlern ihrer Zeit illustriert und haben einen großen kulturellen und historischen, oftmals auch einen besonderen persönlichen Wert. Dies gilt vor allem auch für die Bücher, die im „Geheimen Zimmer“ präsentiert werden. Hier sind Ausgaben zu sehen, die den letzten Zaren Nikolaus II., seine Gemahlin Zarin Alexandra und die Mitglieder der Zarenfamilie in ihren schweren letzten Monaten begleiteten. Die Zarenfamilie maß diesen Büchern so großen Wert bei, dass sie sie aus Zarskoje Selo mit ins sibirische Exil mitnahm. Zu sehen sind auch Bücher, die Zar Nikolaus II. und Zarin Alexandra ihren Kindern zum letzten Weihnachtsfest ihres Lebens im Jahre 1917 schenkten.

Leiter der Kulturabteilung der Botschaft, Jan Kantorczyk
Leiter der Kulturabteilung der Botschaft, Jan Kantorczyk© Deutsche Botschaft Moskau

Die Ausstellung wurde von der Russischen Staatsbibliothek und dem Museum-Reservat in Nowgorod gemeinsam gestaltet. Die Deutsche Botschaft Moskau ist Partner der Ausstellung. Botschafter Rüdiger von Fritsch verfasste ein Grußwort zum Katalog. Der Leiter der Kulturabteilung der Botschaft, Jan Kantorczyk, sprach ein Grußwort zur Eröffnung.

Die Ausstellung wird noch bis 27.01.2019 gezeigt.

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